Natur erleben

Für die Entdecker und Forscher unter Euch…hier findet ihr tolle Ideen und Abenteuer! 

Hummel_Foto Georg Rothmann

Angeln ist auch Natur erleben

So mancher von Euch „Frischlingen“ wird bestimmt immer wieder Mal einen Jäger ins Revier begleiten. Was es dort alles zu erleben und entdecken gibt! Hat Dich schon die Lust gepackt, selber die Jägerprüfung zu machen? Wenn man 16 Jahre alt ist, die Prüfung bestanden und dann einen Jugendjagdschein erworben hat, darf man in Begleitung eines erwachsenen Jägers selber jagen.

Ist ein Familienmitglied oder Freund vielleicht Angler? Nicht selten ist es so, dass Jäger auch begeisterte Fischer sind. Und über die Angelfischerei ist so manches Kind zum Jagen gekommen. Den Jugendfischereischein darfst Du nämlich schon im Alter von zehn Jahren erwerben, ohne eine Prüfung abgelegt zu haben. Also viel früher als den Jagdschein.

Da der Bayerische Jagdverband einen sehr guten Kontakt mit dem Landesfischereiverband Bayern hat, wird die Fischerjugend Euch „Frischlingen“ vom Angeln für Kinder in mehreren Beiträgen berichten.

Mit dieser Erzählung geht es los:

 

Leonie ist schon ganz aufgeregt, denn heute wird sie zu einer echten Naturforscherin! Mit ihrer Grundschulklasse besucht sie den Angelverein aus ihrem Ort, um eine biologische Gewässeruntersuchung zu machen. „Fischer machen Schule heißt dieses Projekt.“, hatte sie noch ihren Eltern erklärt. Doch was genau das ist, weiß Leonie selbst noch nicht. Ihre Lehrerin, Frau Mendel, hatte im Unterricht erklärt, dass sie winzige Tierchen aus dem Wasser fangen und kennenlernen werden. Leonie liebt die Natur und hat sich schon immer für das Leben der Insekten und Tiere interessiert – egal ob im Wasser, oder an Land. Da passt es ganz toll, dass ihre 3. Klasse gerade das Thema Wasser als Lebensraum durchnimmt und Frau Mendel diesen Tag mit dem Angelverein ausgemacht hat!

Voller Vorfreude kommt sie an ihrer Schule an, die meisten aus ihrer Klasse sind auch schon da. „Hallo Leonie, bist du bereit für unseren Ausflug? Wir werden sicher viele interessante Lebewesen sehen und einiges über unsere heimischen Gewässer lernen.“, sagt Frau Mendel. Leonie strahlt bis über beide Ohren. Die Lehrerin muss ein wenig lachen, denn die Begeisterung steht Leonie wirklich ins Gesicht geschrieben. Nach einer kurzen Wanderung über Wiesen und ein kleines Waldstück kommt die Schulklasse am Treffpunkt an. Der kleine Fluss ist wunderbar klar, das Ufer mit Kies bedeckt und die warme Sommersonne glitzert auf der Wasseroberfläche. Das leise Plätschern des Wassers hat eine beruhigende Wirkung auf Leonie. Ihre Gedanken kreisen darum, wie schön es doch an der frischen Luft ist: „Diese ganzen Farben, Licht und Schatten der Bäume, das Zwitschern der Vögel und das Geräusch des Wassers – für mich gibt es nichts Schöneres!“.

Vier Männer und eine junge Frau kommen an das Ufer heran und begrüßen Frau Mendel freundlich. Kurz darauf ruft die Lehrerin alle Kinder zusammen und einer der Männer sagt: „Liebe Kinder, wir freuen uns sehr, dass ihr alle gekommen seid! Mein Name ist Manfred und das sind Hannes, Matthias und Eva. Wir sind vom Angelverein Fischerfreunde und zeigen euch heute das Leben unter Wasser direkt aus der Nähe. Wir erforschen gleich Kleintiere, die sehr wichtig für unsere Natur sind!“. Manfred erklärt den Kindern, dass die Kleintiere eine wichtige Nahrung für unsere Fische und andere Tiere sind. Leonie erfährt, dass manche Kleintiere nur in sauberem Wasser leben können und andere sogar sehr dreckige Gewässer mögen. Leonie wird also anhand der gefangenen Tierchen erkennen, wie sauber, oder schmutzig, das Wasser ist. Zum Fangen der Kleintiere haben die Kinder kleine Siebe und Schüsseln bekommen. „Unter Steinen, Wurzeln und in den Wasserpflanzen leben die meisten der Kleintiere – hier findet ihr sicher etwas!“, erklärt Manfred.

Nach der Einweisung werden Leonie und die anderen Kinder in kleine Gruppen aufgeteilt. Jede Gruppe bekommt einen der Männer als Aufsicht. Auch Frau Mendel ist mittendrin und passt auf, dass niemandem etwas passiert. Nur Eva von den Fischerfreunden sucht sich ein Plätzchen auf einer Wiese und packt verschiedene Geräte aus. „Was macht Eva da nur?“, fragt sich Leonie. Aber zuerst steht für sie und ihre Gruppe die Suche nach Kleintieren auf dem Programm – wie aufregend! Neben Sieb und Schüssel hat Leonie auch einen Pinsel und eine Becherlupe bekommen. Mit dem Pinsel kann Leonie die kleinen Tiere vorsichtig in die Becherlupe streifen und sie dann ganz genau untersuchen. Zum Glück sind auch Tom und Marissa in ihrer Gruppe, denn mit ihren zwei besten Schulfreunden erforscht es sich noch viel besser! Sofort machen sie sich ans Werk und halten im kühlen Wasser Ausschau nach den Stellen, die ihnen Manfred zuvor genannt hat.

„Schaut mal hier, unter diesem Stein!“, ruft Tom aufgeregt. Leonie stapft vorsichtig durch das Wasser zu ihrem Freund. Dort angekommen, streift sie eines der Tierchen behutsam mit dem Pinsel in die mit Wasser gefüllte Becherlupe. Den Stein legt Tom wieder vorsichtig ins Wasser zurück. Um herauszufinden, was sie gerade gefangen haben, hat Leonie Karten bekommen, auf denen die Kleintiere und die Wasserqualität beschrieben sind. Diesmal haben sie eine Köcherfliegenlarve erwischt. Sie ist ein Zeichen dafür, dass das Wasser hier ziemlich sauber ist. Leonie ist total fasziniert: „Aus dieser Larve wird einmal eine Köcherfliege. Sie baut ihr eigenes kleines Häuschen aus Holz oder Steinchen! Schauen sie mal, ist das nicht toll?“, fragt sie Frau Mendel, die zwischen den Kindern im kühlen Nass steht.

Nachdem sich Leonies Gruppe am und im Wasser ausgetobt hat, gehen sie gemeinsam zu Eva. Nun erkennt Leonie, was die Anglerin da vorhin alles ausgepackt hat. Verschiedene Angelruten, Kescher, aber auch ihr unbekannte Dinge sind auf der Wiese verteilt. Eva erklärt den erstaunten Kindern: „Es gibt bei uns viele verschiedene Fischarten. Raubfische, wie der Hecht, jagen und fressen andere kleine Fische. Ein Karpfen wiederum durchwühlt am liebsten den Boden nach Würmern und Kleintieren – er jagt keine Fische und zählt daher zu den Friedfischen. Will ich einen Hecht fangen, muss ich das also anders anstellen, als wenn ich einen Karpfen erwischen will.“ Dass es so viele verschiedene Angelmethoden gibt und man sich auf die Fische, die man fangen will, genau einstellen muss, weckt Leonies Neugier: „Beim Angeln lernt man echt viel über die Natur und ihre Lebewesen. Das finde ich klasse!“, bemerkt sie begeistert.

Auch was der Angelverein für den Natur- und Umweltschutz leistet, gefällt Leonie sehr. Eva erkennt Leonies Begeisterung und lädt alle interessierten Kinder der Klasse zu einem gemeinsamen Angeltag an den Vereinssee ein. „Das nennt sich Schnupperfischen.“, erklärt Eva, „Unter unserer Aufsicht dürft ihr das Angeln einmal ausprobieren.“ Für Leonie war klar, dass sie dieses Angebot annehmen wird. Fisch isst sie außerdem sehr gerne und mag den Gedanken, dass sie ihn sich selbst fangen könnte. Die Vorfreude auf das Schnupperfischen ist jedenfalls riesig!

Garteln daheim

Hallo Frischlinge,

Pflanzen und Säen sind zwei schöne und sinnvolle Tätigkeiten, mit denen wir vielen Tieren, auch Insekten helfen können. Jäger pflanzen in ihren Jagdrevieren Hecken, weil in den Sträuchern Vögel brüten können und Wildtiere Schutz finden. Jäger säen auch Wildwiesen, Wildäcker und Blühflächen ein. Aus den Saatkörnern wachsen zum Beispiel zahlreiche Gräser, Kräuter, Klee und Blumen, die unzähligen kleinen wie großen Tieren etwas zu futtern bieten.

Bienen oder Hummeln und Schmetterlinge lieben Blumenwiesen. Dort finden sie Nahrung. Und weil die Blühflächen nicht nur nützlich sind, sondern auch so schön aussehen, werden in privaten Gärten und in Dörfern und Städten immer öfter Blühflächen angelegt. Nun hat nicht jeder Mensch einen Balkon oder Garten, wo er so etwas tun kann.

Die Zwillingsbrüder Maxi und Anderl hatten eine Idee und verraten Euch, was sie getan haben:

“Unsere Mutter hat vom Einkaufen ein Packerl Radieserl, einen kleinen Beutel Gartenkresse und eine Dose mit einer Wildblumenmischung mitgebracht. Radieserl mögen wir selber gerne essen. Die Kresse gibt unsere Mutter an einen Salat oder streut sie auf ein Brot. Mit den Blumen möchten wir Bienen und anderen Insekten ein wenig helfen.

Also haben wir alles in kleinen Gefäßen ausgesät “

 

Zu Hause gibt es immer wieder leere Joghurtbecher, Eierschachteln und Milchtüten. Daraus fertigen wir Gefäße zum Einsäen. Bei der Milchtüte schneiden wir eine lange Seite rundum auf. In die Unterseite und auch in den Boden der Joghurtbecher müssen kleine Löcher gestochen werden. Nur dann kann das Gießwasser ablaufen. Plastik-Blumentöpfe haben bereits Löcher im Boden.

Das Saatgut von Wildblumen wächst auch auf schlechteren, etwas steinigen Böden. Doch weil wir neugierig sind, haben wir zum Vergleich ein wenig Erde von einem Feld geholt. Das wird vom Bauern immer gedüngt, so dass in der Erde mehr Nährstoffe sind. Außerdem haben wir ganz saubere Blumenerde aus einem Sack genommen. Für die Kresse haben wir die Watte verwendet.

Unsere Pflanzbehälter haben wir dann mit den verschiedenen Erden aufgefüllt und die Erde etwas angedrückt. Bis knapp unter den Rand darf die Erde reichen.

Neugierig sind wir darauf, ob auch Radieserl und Kresse in unseren kleinen Beeten wachsen.

Fast sind wir fertig. Jetzt nur noch das Blumensaatgut möglichst gleichmäßig in den Pflanzbehältern verteilen. Mit den Fingern kratzen wir die Saatkörner ein wenig in den Boden ein. Aber nicht zu tief. Solche Saatkörner mögen am liebst nahe beim Licht sein.

Zum Schluss muss die Erde am besten mit einer Wassersprühflasche feucht gemacht werden. In den kommenden Wochen tun wir das immer wieder.

Maxi und Anderl sind ganz neugierig, was passiert. Wie lange es wohl dauert, bis die ersten Saatkörner keimen? Und wachsen die Blumen, die Kresse oder Radieserl schneller bei Sonne und Wärme oder eher im kühlen Schatten?

So zeigte sich die Blühmischung nur fünf Tage nach dem Aussäen

Nach nur vier Tagen war die Kresse schon ganz dicht

Habt Ihr, liebe Frischlinge, Lust das gleiche auszuprobieren, was Maxi und Anderl getan haben?

Wenn Ihr dann von Euren Erfolgen gerne mit einem Foto berichten möchtet, dann sendet eine E-Mail an Waldi@jagd-bayern.de