Natur erleben

Für die Entdecker und Forscher unter Euch…hier findet ihr tolle Ideen und Abenteuer! 

Hummel_Foto Georg Rothmann

Hallo Frischlinge,

Pflanzen und Säen sind zwei schöne und sinnvolle Tätigkeiten, mit denen wir vielen Tieren, auch Insekten helfen können. Jäger pflanzen in ihren Jagdrevieren Hecken, weil in den Sträuchern Vögel brüten können und Wildtiere Schutz finden. Jäger säen auch Wildwiesen, Wildäcker und Blühflächen ein. Aus den Saatkörnern wachsen zum Beispiel zahlreiche Gräser, Kräuter, Klee und Blumen, die unzähligen kleinen wie großen Tieren etwas zu futtern bieten.

Bienen oder Hummeln und Schmetterlinge lieben Blumenwiesen. Dort finden sie Nahrung. Und weil die Blühflächen nicht nur nützlich sind, sondern auch so schön aussehen, werden in privaten Gärten und in Dörfern und Städten immer öfter Blühflächen angelegt. Nun hat nicht jeder Mensch einen Balkon oder Garten, wo er so etwas tun kann.

Garteln daheim

Die Zwillingsbrüder Maxi und Anderl hatten eine Idee und verraten Euch, was sie getan haben:

“Unsere Mutter hat vom Einkaufen ein Packerl Radieserl, einen kleinen Beutel Gartenkresse und eine Dose mit einer Wildblumenmischung mitgebracht. Radieserl mögen wir selber gerne essen. Die Kresse gibt unsere Mutter an einen Salat oder streut sie auf ein Brot. Mit den Blumen möchten wir Bienen und anderen Insekten ein wenig helfen.

Also haben wir alles in kleinen Gefäßen ausgesät “

 

Das Saatgut von Wildblumen wächst auch auf schlechteren, etwas steinigen Böden. Doch weil wir neugierig sind, haben wir zum Vergleich ein wenig Erde von einem Feld geholt. Das wird vom Bauern immer gedüngt, so dass in der Erde mehr Nährstoffe sind. Außerdem haben wir ganz saubere Blumenerde aus einem Sack genommen. Für die Kresse haben wir die Watte verwendet.

Zu Hause gibt es immer wieder leere Joghurtbecher, Eierschachteln und Milchtüten. Daraus fertigen wir Gefäße zum Einsäen. Bei der Milchtüte schneiden wir eine lange Seite rundum auf. In die Unterseite und auch in den Boden der Joghurtbecher müssen kleine Löcher gestochen werden. Nur dann kann das Gießwasser ablaufen. Plastik-Blumentöpfe haben bereits Löcher im Boden.

Unsere Pflanzbehälter haben wir dann mit den verschiedenen Erden aufgefüllt und die Erde etwas angedrückt. Bis knapp unter den Rand darf die Erde reichen.

Neugierig sind wir darauf, ob auch Radieserl und Kresse in unseren kleinen Beeten wachsen.

Fast sind wir fertig. Jetzt nur noch das Blumensaatgut möglichst gleichmäßig in den Pflanzbehältern verteilen. Mit den Fingern kratzen wir die Saatkörner ein wenig in den Boden ein. Aber nicht zu tief. Solche Saatkörner mögen am liebst nahe beim Licht sein.

Zum Schluss muss die Erde am besten mit einer Wassersprühflasche feucht gemacht werden. In den kommenden Wochen tun wir das immer wieder.

Maxi und Anderl sind ganz neugierig, was passiert. Wie lange es wohl dauert, bis die ersten Saatkörner keimen? Und wachsen die Blumen, die Kresse oder Radieserl schneller bei Sonne und Wärme oder eher im kühlen Schatten?

So zeigte sich die Blühmischung nur fünf Tage nach dem Aussäen

Nach nur vier Tagen war die Kresse schon ganz dicht

Habt Ihr, liebe Frischlinge, Lust das gleiche auszuprobieren, was Maxi und Anderl getan haben?

Wenn Ihr dann von Euren Erfolgen gerne mit einem Foto berichten möchtet, dann sendet eine E-Mail an Waldi@jagd-bayern.de

Kinderfischen

So mancher von Euch „Frischlingen“ wird bestimmt immer wieder Mal einen Jäger ins Revier begleiten. Was es dort alles zu erleben und entdecken gibt! Hat Dich schon die Lust gepackt, selber die Jägerprüfung zu machen? Wenn man 16 Jahre alt ist, die Prüfung bestanden und dann einen Jugendjagdschein erworben hat, darf man in Begleitung eines erwachsenen Jägers selber jagen.

Ist ein Familienmitglied oder Freund vielleicht Angler? Nicht selten ist es so, dass Jäger auch begeisterte Fischer sind. Und über die Angelfischerei ist so manches Kind zum Jagen gekommen. Den Jugendfischereischein darfst Du nämlich schon im Alter von zehn Jahren erwerben, ohne eine Prüfung abgelegt zu haben. Also viel früher als den Jagdschein.

Da der Bayerische Jagdverband einen sehr guten Kontakt mit dem Landesfischereiverband Bayern hat, wird die Fischerjugend Euch „Frischlingen“ vom Angeln für Kinder in mehreren Beiträgen berichten.

Teil 4

Mit Spannung erwartet – das Fischerfest

 

Leonie, Tom und Marissa kommen am Gelände des Angelvereins Fischerfreunde an. Das Vereinsheim liegt direkt am Inselweiher, an dem sie sich schon mit Manfred und Eva zum Schnupperfischen getroffen haben. Zwei Tage ist das her, doch den dreien kommt es vor, als wäre alles erst vor wenigen Minuten geschehen. Nun möchten die drei Freunde erfahren, was auf dem Fischerfest so los ist. Am Eingang befindet sich ein Infostand, es gibt Zelte und Pavillons mit Bänken und Tischen, auch ein Grill steht bereit. Hier und da sieht man Aufsteller und Fahnen, bedruckt mit „Fischerjugend“, oder „Fischer machen Schule“.

Auf dem Fußballplatz nebenan sehen sie die Zielscheibe, auf die sie selbst schon mit der Angel geworfen haben. Nebenan steht ein kleiner Tisch mit einer Pyramide aus Blechdosen, wie beim Dosenwerfen, nur dass der Ball an einer Angelrute baumelt. Für die kleinen Kinder gibt es eine kurze Angel mit einem Magneten und einen Eimer mit Fischen aus Stoff, die einen Magneten am Maul haben. Unter einem der Pavillons ist ein Aquarium aufgebaut, auf einem Schild steht: „Entdecke unsere Kleintiere im Gewässer“.

Die drei Freunde kommen an einer Feuerstelle vorbei. Leonie ist begeistert: „Besonders abends stelle ich mir so ein Lagerfeuer am Wasser toll vor! Man muss schon sagen, dass sich die Fischerfreunde für ihr Fest richtig Mühe gegeben haben.“ Während die Freunde durch das Gelände streifen, füllt es sich mit Menschen aller Altersklassen. Mittlerweile ist einiges los und jede der Stationen wird mit großem Spaß und Interesse von den Besuchern angenommen.

Durch ein Fenster des Vereinsheims entdeckt Leonie den Manfred. Er bemerkt die Kinder und winkt sie zu sich. „Hi Leonie, Marissa und Tom! Freut mich, dass Ihr gekommen seid! Gerade bereiten wir die Fische für die Küche vor. Es wird verschiedene Gerichte geben und Ihr werdet staunen, wie gut das schmeckt!“ Die drei Freunde folgen Manfred in die Küche des Vereinsheims. In einer großen Wanne haben er und seine Vereinskollegen die Fänge der letzten beiden Tage auf Eis gelegt. „Eure Rotaugen von vorgestern sind auch dabei. Dein Brassen allerdings nicht, Tom. Den räuchern wir gerade, er müsste auch bald fertig sein. Wenn du möchtest, bist Du der erste, der ihn probiert.“ Tom stimmt freudig zu, denn das möchte er sich nicht nehmen lassen!

Kurze Zeit später sind die drei mittendrin im Geschehen – sie dürfen helfen, die Fischpflanzerl zu machen. Zunächst beobachtet Leonie interessiert, wie Manfred und einige andere Vereinsmitglieder die Fische zu Hack verarbeiten und würzen. Danach dürfen die drei Freunde die Pflanzerl formen. „Die müssen aussehen wie kleine Fische – sonst wären es ja keine richtigen Fischpflanzerl!“, lacht Manfred. Leonie gefällt, dass aus ihrem Fang beim Schnupperfischen nun etwas Leckeres wird und sie vom Angeln bis zur Zubereitung dabei war! „Man hat ein ganz anderes Bewusstsein dabei, als wenn man alles einfach nur im Supermarkt kauft“, stellt sie fest. Toms Brassen ist inzwischen fertig geräuchert und alle drei dürfen probieren. Sie sind begeistert vom fein-rauchigen Geschmack des Fisches!

 Fisch geräuchert

Beim Verlassen des Vereinsheims ziehen kleine Rauchschwaden an ihnen vorbei. „Das Lagerfeuer brennt ja schon, lasst uns da mal rübergehen!“, fordert Leonie die beiden anderen auf. Sie erkennen bereits von Weitem, dass es Kinder sind, die sich am Feuer versammelt haben. Als sie näherkommen, ruft einer aus der Runde: „Hey Ihr drei, setzt Euch doch zu uns! Ihr seid Marissa, Leonie und Tom, stimmts?“ Leonie und ihre Freunde sind überrascht, denn sie kennen den Jungen nicht. Er meint: „Manfred und Eva sind unsere Jugendleiter und haben schon von euch erzählt. Ich bin Max und wir alle gehören zur Jugendgruppe der Fischerfreunde“, grinst er.

Als sie kurze Zeit später zusammen am Feuer sitzen, stellen sich die anderen vor. Die Gruppe ist zwar nicht vollzählig, aber Leonie erfährt, dass auch einige Mädchen dabei sind. Max erzählt von den tollen Aktivitäten der Jugendgruppe: „Wir gehen natürlich zusammen angeln, machen Zeltlager und kümmern uns um die Umwelt. Außerdem haben wir Gruppenstunden, in denen wir viel Neues über das Angeln, oder unsere Natur lernen. Gleich gibt es eine Präsentation über Zecken für unsere Besucher. Eva hat sie uns letzte Woche schon vorgeführt – es ist wirklich interessant.“

Leonie, Tom und Marissa verabschieden sich vorerst von den anderen, um sich die Präsentation anzuschauen.

 Präsentation

Leonie ist ganz erstaunt darüber, dass Zecken zu den Spinnentieren gehören und hauptsächlich in hohem Gras und Gestrüpp lauern. Bis eben dachte sie noch, dass sie sich von Bäumen fallen lassen, denn „so hat es mir meine Oma beigebracht“, erklärt sie. Wieder wird ihr bewusst, was die Mitglieder der Fischerfreunde alles über die heimische Natur wissen und mit welcher Begeisterung sie das an andere weitergeben.

„Ich werde Mitglied in diesem Angelverein! Das Angeln macht mir Spaß, außerdem möchte ich die Natur weiter kennenlernen und sie erleben!“, beschließt Leonie gegenüber ihren Freunden. Als sie sich auf den Weg zum Vereinsheim machen, um Manfred wegen der Aufnahme in den Verein zu fragen, schweift Leonies Blick nochmal über das Gelände. Sie sagt: „Auch das Vereinsleben ist etwas Tolles! Die gemeinsamen Interessen verbinden Jung und Alt, jeder bringt sich in die Gemeinschaft ein – schaut, was hier alles los ist.“

 

Anfang nächsten Jahres wird Leonie bei den Fischerfreunden aufgenommen! Sie darf jetzt schon an den Aktionen der Jugendgruppe teilnehmen, nur mit dem Angeln muss sie noch ein wenig warten. „Dafür brauchst Du den Jugendfischereischein und die Mitgliedschaft bei uns im Verein“, sagt Manfred, als er ihr das Anmeldeformular überreicht. Ein bisschen Geduld braucht Leonie also noch, aber als angehende Anglerin ist Geduld sowieso kein Problem.

 

Teil 3

Das Schnupperfischen beim Angelverein „Fischerfreunde“ hat für Leonie, Tom und Marissa wirklich klasse angefangen! Nachdem sie sich zuerst im Zielwerfen mit der Angelrute versuchen durften, haben alle drei den ersten Fisch ihres Lebens gefangen. Sogenannte Rotaugen konnten sie überlisten, eine kleine Weißfischart, die es in sehr vielen Gewässern gibt.

Übermorgen soll das Fischerfest des Angelvereins steigen und dort werden die gefangenen Fische zu Fischpflanzerl verarbeitet. Das möchte sich Leonie auf keinen Fall entgehen lassen – nicht nur, weil sie sehr gerne Fisch isst, sondern auch, weil sie unbedingt wissen will, was der Angelverein sonst noch so geplant hat. Ihr Interesse war seit der ersten Begegnung mit den Fischerfreunden schon groß, aber jetzt wächst es mit jeder Minute, die sie beim Schnupperfischen am Wasser verbringt! 

„So Kinder“, sagt Manfred, „gerade habt Ihr einmal erleben dürfen, wie es sich anfühlt, wenn ein Fisch an der Angel hängt. Auch wenn die Rotaugen keine Riesen sind, habt ihr zumindest einen ersten Eindruck gewonnen. Jetzt zeigt euch Eva, wie man Karpfen fangen kann. Die können wirklich groß und sehr stark werden!“ Leonie ist aufgeregt – einerseits, weil sie natürlich sehr gerne dabei wäre, wenn so ein Karpfen gefangen wird. Anderseits denkt sie sich: „Wenn ein großer Karpfen nun bei mir anbeißt und so stark zieht, hoffe ich, dass ich dann alles richtigmache.“ Manfred kann Leonies kleine Unsicherheit in ihrem Gesicht ablesen und beruhigt sie sofort: „Wir sind immer dabei und unterstützen Euch, wo es nötig ist!“

 

Eva ist schon vorausgegangen und bereitet den nächsten Angelplatz vor. Als sie dort ankommen, packt Leonie gleich einmal tatkräftig mit an.  

Eva hat nicht nur diesen einen Platz ausgesucht, sondern bereits Angelruten auf einem Steg direkt nebenan aufgebaut. „Nach Eurem ersten Angelerfolg auf kleinere Fische wollen wir, wie von Manfred verraten, jetzt versuchen, Karpfen zu fangen. Wir werden dafür direkt am Grund angeln und Mais als Köder benutzen. Karpfen wühlen gerne den Boden nach Nahrung auf und wir bringen unsere Köder genau dort aus, wo sie zum Fressen entlangziehen“, erklärt Eva und zeigt dabei auf eine Stelle vor der Insel.

„Dort ist ein kleiner Hügel unter Wasser, an dem sich Futter sammelt und genau vor diesem Hügel werden wir angeln! Jeder von euch darf auf eine Angel aufpassen.“ Leonie ist fasziniert, dass Eva den See und das Verhalten der Fische so gut kennt. Sie und Marissa werden an dieser Stelle gemeinsam mit Eva angeln, Tom versucht es ein paar Meter nebenan und sitzt unter der Aufsicht von Manfred im Schilf. So sind die drei nicht weit voneinander entfernt und immer unter der Aufsicht zweier erfahrener Angler.

                    

Eva erklärt den dreien einiges zum Angelgerät: „Es gibt eine Vielzahl an unterschiedlichen Ruten – je nachdem, wie man angeln und was man fangen möchte. Es gibt beispielsweise auch sehr aktive Methoden, in denen man ständig in Bewegung ist.“ Leonie hat am Tag der Gewässeruntersuchung bereits eine große Auswahl an Angelruten und Zubehör kennengelernt. Nun darf sie das Gerät auch endlich einmal benutzen!

Heute werden sie ruhig warten, bis hoffentlich ein Karpfen ihre Köder findet. „Ansitzangeln nennt man das“, erklärt Eva. Leonie ist schon sehr gespannt darauf, ob ein Fisch ihren Köder am anderen Ende der Angelschnur entdeckt und ob sie ihn damit auch fangen kann. Mit Langeweile hat das überhaupt nichts zu tun, viel zu groß ist die positive Anspannung bei den drei Freunden. Außerdem ist es herrlich, dabei die wundervolle Natur um sie herum zu beobachten und den Gedanken freien Lauf zu lassen!

Von einer auf die nächste Sekunde ist die Ruhe vorbei, denn Tom ruft: „Es hat einer angebissen!“ Leonies Aufregung steigt sofort, sie eilt mit Marissa zum Ort des Geschehens. Eva passt in der Zeit auf ihre Ruten auf. Tatsächlich steht Tom mit der Angel in der Hand am Ufer. Manfred ist direkt hinter ihm und gibt ihm Anweisungen. Die Rute biegt sich und wippt in unregelmäßigen Abständen. Doch Tom bewahrt Ruhe und befolgt Manfreds Hinweise aufmerksam: „Wenn der Fisch stark zieht, hörst Du auf zu kurbeln und lässt ihn Schnur ziehen. So kann sie nicht reißen.“ 

Nach kurzer Zeit zeigt sich eine gold-silbrige Flanke an der Wasseroberfläche. Langsam holt Tom den Fisch heran, Manfred wartet schon mit dem Kescher – geschafft! „Das ist ein schöner Brassen, Tom. Petri Heil!“, freut sich Manfred und fährt fort: „Zwar kein Karpfen, aber auch eine gute Mahlzeit für unser Fischerfest! Ich hoffe, wir sehen uns in zwei Tagen, dann könnt Ihr selbst davon kosten. Diesen werden wir räuchern!“ Tom strahlt bis über beide Ohren. Was für ein aufregender Moment!

Junge mit Brassen

Leonie und Marissa sind nun natürlich extra motiviert. Und tatsächlich ruckt etwas kurze Zeit später an Leonies Angel. Ein Fisch hat gebissen. Unter Evas Anleitung nimmt sie die Rute in die Hand und zieht an. Der Widerstand ist enorm! Die Rute biegt sich über die Hälfte ihrer gesamten Länge. „Das ist sicher ein Karpfen“, sagt Eva, „die haben eine unglaubliche Power! Halte die Rute fest und lasse ihn erstmal ein paar Meter ziehen, bis er ruhiger wird.“

Leonie befolgt jeden Tipp: Sie lässt den Fisch ziehen, wo es nötig ist und holt ihn wieder heran, wenn es möglich ist. Leonies Anspannung ist riesig und die Abläufe sind für eine Anfängerin gar nicht so einfach. Im nächsten Augenblick ändert der Karpfen seine Richtung und schwimmt auf Leonie zu. Für einen kurzen Moment kann Leonie keine Spannung halten und die Schnur wird schlaff. Der Widerstand ist weg, der Karpfen hat sich befreit. „So ein Mist!“, ruft Leonie enttäuscht. Auch Marissa und Tom ärgern sich. „Macht Euch keine Gedanken, so ist das Angeln nun mal! Es gibt keine Garantie, dass man den Fisch auch sicher fängt. Das hat ja auch seinen Reiz!“, sagt Eva.

Sie hat natürlich recht und Leonie stellt erneut fest, „dass das Angeln echt viel mehr ist, als Fische zu fangen!“ Im Laufe des restlichen Angeltages beißt nichts mehr. Doch für die drei Freunde ist klar, dass sie das Fischerfest besuchen und mehr über die „Fischerfreunde“ und das Angeln erfahren wollen. „Vielen Dank für den tollen Tag. Niemals hätte ich gedacht, dass angeln so interessant und spannend ist. Bis übermorgen, auf dem Fischerfest!“, verabschiedet sich Leonie.
Nachts träumt sie von dem verlorenen Karpfen. Das Angelfieber hat sie endgültig gepackt!

Was auf dem Fischerfest los ist und ob Leonie mit ihren Freunden Mitglied im Angelverein „Fischerfreunde“ wird, erfahrt Ihr beim nächsten Mal.

Teil 2

Heute ist es endlich soweit – das Schnupperfischen steht an! Vor zwei Wochen hatte Leonie mit ihrer Schulklasse und dem Angelverein „Fischerfreunde“ eine biologische Gewässeruntersuchung gemacht. Die Freunde Leonie, Tom und Marissa waren ganz begeistert von dem, was sie erleben durften. Und dann wurden sie vom Angelverein auch noch spontan zu einem Schnupperfischen eingeladen.

Heute ist der erste Tag der Sommerferien und trotzdem ist Leonie schon sehr früh auf den Beinen, sogar noch früher, als wenn sie zur Schule müsste! Eva, eine begeisterte Anglerin, hatte der Klasse in der vergangenen Woche nämlich erklärt: „Am Tag unseres Schnupperfischens wird es wahrscheinlich ziemlich heiß werden. Wenn es den Fischen zu warm wird, haben sie keinen richtigen Hunger mehr. Das ist bei uns Menschen ja auch ähnlich. Deswegen treffen wir uns schon um 7.30 Uhr am Inselweiher und versuchen unser Glück!“

Leonie steigt auf ihr Fahrrad, ihre Freunde warten vor ihrem Haus. Es ist 7 Uhr und um diese frühe Tageszeit sieht die Welt ganz anders aus. Der Frühnebel hängt über Wald und Wiesen, die Vögel zwitschern bereits ihre schönsten Lieder. „Das wird ein super Tag“, denkt Leonie, während sie den Waldweg entlang radelt. Den Weg kennt sie gut, schon oft war sie mit ihrer Familie und Freunden im Inselweiher beim Baden. Eine viertel Stunde später ist die dort. Ganz ruhig und glatt liegt er da. In der Mitte des Sees befindet sich eine kleine Insel, die sich im Wasser spiegelt. Leonie atmet tief durch, dreht sich zu ihren Freunden und strahlt: „Schön, diese Ruhe!“. Eine Zeit lang sagt keiner der drei etwas. Sie genießen den Moment und die aufgehende Sonne, die schon jetzt immer wärmer wird.

„Hi Marissa, Tom und Leonie“, ruft Eva ihnen zu. „Schön, dass ihr schon da seid! Freut ihr euch auf einen weiteren spannenden Tag am Wasser?“ Diese Frage hätte Eva überhaupt nicht stellen müssen, denn die drei Freunde können es kaum erwarten, bis ihr gemeinsamer Angeltag beginnt. Kurze Zeit später kommt Manfred dazu. Mit Eva und zwei Kollegen aus dem Angelverein war auch er letzte Woche bei der Gewässeruntersuchung dabei.

Manfred begrüßt die Kinder sehr herzlich und überrascht sie gleich einmal: „Wir gehen zuerst zum Fußballplatz nebenan. Dort werden wir sehen, wie gut ihr mit der Angelrute umgehen könnt“, lacht er. Leonie wundert sich, was ein Fußballplatz mit dem Angeln zu tun hat. Doch als sie ankommen, entdeckt sie eine Zielscheibe auf dem Rasen. „Das ist ja lustig. Mal sehen, ob ich das Ziel überhaupt treffe!“, ruft Leonie freudig. Nachdem ihnen Manfred das Werfen mit der Angelrute erklärt und einige Würfe vorgeführt hat, versuchen es die Kinder selbst. Tatsächlich ist es gar nicht so einfach, das kleine Gewicht am Ende der Schnur zielgenau zu werfen. Vor allem, weil Leonie und die anderen beiden noch nie zuvor eine Angelrute in der Hand hatten.

Am Ende der kleinen Aktion trifft jedes Kind zwar das Ziel, nur keines in die Mitte. Aber das ist allen total egal, denn es war ein großer Spaß. „Ihr habt das sehr gut gemacht! Das ist alles reine Übungssache. Wenn man dranbleibt, kann man mit jeder Rute dort hinwerfen, wo man den Köder auch hinhaben möchte“, sagt Manfred verständnisvoll.

Auf dem Weg zurück zum Inselweiher fährt Manfred fort: „Jetzt werdet ihr die ersten Fische eures Lebens fangen! Wir versuchen heute, ein paar kleinere Weißfischarten zu fangen. Die brauchen wir für unser Fischerfest übermorgen, denn dort wird es selbstgemachte Fischpflanzerl geben. Ihr seid natürlich herzlich eingeladen! Außerdem bekommt ihr so einen guten Einblick, was zu tun ist, wenn man einen Fisch an der Angel hat.“

Manfred erklärt, dass sie dafür spezielle Angelruten, sogenannte Stippruten verwenden. Hierfür wird die Schnur einfach an der Spitze angebunden und man angelt nah am Ufer, wo sich viele kleinere Fischarten und Jungfische aufhalten. „Schaut, direkt vor uns sehen wir einen Schwarm junger Barsche“, sagt der erfahrene Angler und deutet auf die Stelle, „die sollen ruhig noch ein wenig wachsen. Ausgewachsene Barsche schmecken köstlich. Die richtig großen sind aber sehr vorsichtig und meist wirklich schwer zu fangen. Das geht bei den Weißfischen normalerweise leichter und genau das finden wir jetzt gleich selbst heraus!“

Leonie ist fasziniert: „Sogar die Fischarten haben ihren eigenen Charakter! Es ist toll, etwas über verschiedene Lebewesen zu erfahren.“ Marissa und Tom können dem nur zustimmen, während die Vorfreude auf das Angeln steigt. Leonie lernt, dass kleinere Fische problemlos mit so einer Stippangel gefangen werden können. Für größere Fische ist diese aber nicht geeignet, hier braucht man eine stärkere Ausrüstung und eine Angelrolle.

An der Angelstelle angekommen, bekommen sie jeweils eine Stipprute in die Hand gedrückt. Auf die Haken hat Manfred schon jeweils eine kleine Kugel aus Weißbrot gesteckt. „Dieses Ding hier nennt man Schwimmer, oder Pose. Er dient einerseits dazu, den Köder in einer bestimmten Tiefe zu halten und andererseits erkennen wir, ob etwas angebissen hat. Nimmt ein Fisch den Köder, zuckt der Schwimmer und geht komplett unter, wenn der Fisch weiter schwimmt. Dann müsst ihr schnell und gleichmäßig nach oben ziehen. Ihr spürt sofort, ob ein Fisch am Haken hängt. Wenn ihr ihn am Ufer habt, kümmere ich mich um die Versorgung des Fanges.“ Leonie, Marissa und Tom werfen ihre Stippruten aus. Manfred und Eva stehen direkt dahinter und beobachten die Kinder bei ihrem ersten Angelversuch.

„Diesen Schwimmer auf dem Wasser zu beobachten beruhigt einerseits total, aber gleichzeitig ist man aufgeregt, ob etwas anbeißt – echt cool!“, kommentiert Tom das Geschehen. Es dauert nicht lange, da zuckt Leonie`s Schwimmer hin und her, ehe er komplett unter Wasser gezogen wird. Leonie zieht an und der Fisch hängt! Er leistet mehr Widerstand, als Leonie dachte und schwimmt fluchtartig von einer Seite zur anderen.

Unter ruhiger Anweisung von Manfred behält Leonie die Kontrolle und lenkt das Tier langsam an das Ufer heran. Manfred wartet schon mit dem Kescher und Sekunden später liegt ein schöner Fisch im Netz. Während Manfred sich sofort um den Fang kümmert, sagt er zu den Kindern: „Das ist ein Rotauge, wie man an der Augenfarbe erkennen kann. Rotaugen schmecken hervorragend, nur muss man wissen, wie man mit den Gräten umgehen muss. Sehr schön Leonie, die Größe ist perfekt für die Küche!“ Leonie freut sich riesig: ihr erster selbstgefangener Fisch und gleichzeitig die erste gefangene Mahlzeit. Denn natürlich wird Leonie das Fischerfest in zwei Tagen besuchen und die Fischpflanzerl probieren.

Nachdem auch Tom und Marissa jeweils ein schönes Rotauge erwischt haben, machen sie sich stolz über ihren Erfolg auf den Weg zu ihrem nächsten Angelplatz. Eva ist bereits vorausgegangen, um die Angelruten für den restlichen Tag bereit zu machen. „So kann es weitergehen!“, kommentiert Leonie ihre ersten Stunden als Anglerin, „mal sehen, was der Tag noch so bringt!“

Teil 1

Leonie ist schon ganz aufgeregt, denn heute wird sie zu einer echten Naturforscherin! Mit ihrer Grundschulklasse besucht sie den Angelverein aus ihrem Ort, um eine biologische Gewässeruntersuchung zu machen. „Fischer machen Schule heißt dieses Projekt.“, hatte sie noch ihren Eltern erklärt. Doch was genau das ist, weiß Leonie selbst noch nicht. Ihre Lehrerin, Frau Mendel, hatte im Unterricht erklärt, dass sie winzige Tierchen aus dem Wasser fangen und kennenlernen werden. Leonie liebt die Natur und hat sich schon immer für das Leben der Insekten und Tiere interessiert – egal ob im Wasser, oder an Land. Da passt es ganz toll, dass ihre 3. Klasse gerade das Thema Wasser als Lebensraum durchnimmt und Frau Mendel diesen Tag mit dem Angelverein ausgemacht hat!

Voller Vorfreude kommt sie an ihrer Schule an, die meisten aus ihrer Klasse sind auch schon da. „Hallo Leonie, bist du bereit für unseren Ausflug? Wir werden sicher viele interessante Lebewesen sehen und einiges über unsere heimischen Gewässer lernen.“, sagt Frau Mendel. Leonie strahlt bis über beide Ohren. Die Lehrerin muss ein wenig lachen, denn die Begeisterung steht Leonie wirklich ins Gesicht geschrieben. Nach einer kurzen Wanderung über Wiesen und ein kleines Waldstück kommt die Schulklasse am Treffpunkt an. Der kleine Fluss ist wunderbar klar, das Ufer mit Kies bedeckt und die warme Sommersonne glitzert auf der Wasseroberfläche. Das leise Plätschern des Wassers hat eine beruhigende Wirkung auf Leonie. Ihre Gedanken kreisen darum, wie schön es doch an der frischen Luft ist: „Diese ganzen Farben, Licht und Schatten der Bäume, das Zwitschern der Vögel und das Geräusch des Wassers – für mich gibt es nichts Schöneres!“.

Vier Männer und eine junge Frau kommen an das Ufer heran und begrüßen Frau Mendel freundlich. Kurz darauf ruft die Lehrerin alle Kinder zusammen und einer der Männer sagt: „Liebe Kinder, wir freuen uns sehr, dass ihr alle gekommen seid! Mein Name ist Manfred und das sind Hannes, Matthias und Eva. Wir sind vom Angelverein Fischerfreunde und zeigen euch heute das Leben unter Wasser direkt aus der Nähe. Wir erforschen gleich Kleintiere, die sehr wichtig für unsere Natur sind!“. Manfred erklärt den Kindern, dass die Kleintiere eine wichtige Nahrung für unsere Fische und andere Tiere sind. Leonie erfährt, dass manche Kleintiere nur in sauberem Wasser leben können und andere sogar sehr dreckige Gewässer mögen. Leonie wird also anhand der gefangenen Tierchen erkennen, wie sauber, oder schmutzig, das Wasser ist. Zum Fangen der Kleintiere haben die Kinder kleine Siebe und Schüsseln bekommen. „Unter Steinen, Wurzeln und in den Wasserpflanzen leben die meisten der Kleintiere – hier findet ihr sicher etwas!“, erklärt Manfred.

Nach der Einweisung werden Leonie und die anderen Kinder in kleine Gruppen aufgeteilt. Jede Gruppe bekommt einen der Männer als Aufsicht. Auch Frau Mendel ist mittendrin und passt auf, dass niemandem etwas passiert. Nur Eva von den Fischerfreunden sucht sich ein Plätzchen auf einer Wiese und packt verschiedene Geräte aus. „Was macht Eva da nur?“, fragt sich Leonie. Aber zuerst steht für sie und ihre Gruppe die Suche nach Kleintieren auf dem Programm – wie aufregend! Neben Sieb und Schüssel hat Leonie auch einen Pinsel und eine Becherlupe bekommen. Mit dem Pinsel kann Leonie die kleinen Tiere vorsichtig in die Becherlupe streifen und sie dann ganz genau untersuchen. Zum Glück sind auch Tom und Marissa in ihrer Gruppe, denn mit ihren zwei besten Schulfreunden erforscht es sich noch viel besser! Sofort machen sie sich ans Werk und halten im kühlen Wasser Ausschau nach den Stellen, die ihnen Manfred zuvor genannt hat.

„Schaut mal hier, unter diesem Stein!“, ruft Tom aufgeregt. Leonie stapft vorsichtig durch das Wasser zu ihrem Freund. Dort angekommen, streift sie eines der Tierchen behutsam mit dem Pinsel in die mit Wasser gefüllte Becherlupe. Den Stein legt Tom wieder vorsichtig ins Wasser zurück. Um herauszufinden, was sie gerade gefangen haben, hat Leonie Karten bekommen, auf denen die Kleintiere und die Wasserqualität beschrieben sind. Diesmal haben sie eine Köcherfliegenlarve erwischt. Sie ist ein Zeichen dafür, dass das Wasser hier ziemlich sauber ist. Leonie ist total fasziniert: „Aus dieser Larve wird einmal eine Köcherfliege. Sie baut ihr eigenes kleines Häuschen aus Holz oder Steinchen! Schauen sie mal, ist das nicht toll?“, fragt sie Frau Mendel, die zwischen den Kindern im kühlen Nass steht.

Nachdem sich Leonies Gruppe am und im Wasser ausgetobt hat, gehen sie gemeinsam zu Eva. Nun erkennt Leonie, was die Anglerin da vorhin alles ausgepackt hat. Verschiedene Angelruten, Kescher, aber auch ihr unbekannte Dinge sind auf der Wiese verteilt. Eva erklärt den erstaunten Kindern: „Es gibt bei uns viele verschiedene Fischarten. Raubfische, wie der Hecht, jagen und fressen andere kleine Fische. Ein Karpfen wiederum durchwühlt am liebsten den Boden nach Würmern und Kleintieren – er jagt keine Fische und zählt daher zu den Friedfischen. Will ich einen Hecht fangen, muss ich das also anders anstellen, als wenn ich einen Karpfen erwischen will.“ Dass es so viele verschiedene Angelmethoden gibt und man sich auf die Fische, die man fangen will, genau einstellen muss, weckt Leonies Neugier: „Beim Angeln lernt man echt viel über die Natur und ihre Lebewesen. Das finde ich klasse!“, bemerkt sie begeistert.

Auch was der Angelverein für den Natur- und Umweltschutz leistet, gefällt Leonie sehr. Eva erkennt Leonies Begeisterung und lädt alle interessierten Kinder der Klasse zu einem gemeinsamen Angeltag an den Vereinssee ein. „Das nennt sich Schnupperfischen.“, erklärt Eva, „Unter unserer Aufsicht dürft ihr das Angeln einmal ausprobieren.“ Für Leonie war klar, dass sie dieses Angebot annehmen wird. Fisch isst sie außerdem sehr gerne und mag den Gedanken, dass sie ihn sich selbst fangen könnte. Die Vorfreude auf das Schnupperfischen ist jedenfalls riesig!